Bewegung bei Psoriasis

Bewegung und Sport ist bei Psoriasis definitiv eine gute Sache. Die sportliche Betätigung ist gut für die Psyche, kann die Haut positiv beeinflussen und stärkt das Herz-Kreislauf-System und den Stoffwechsel. Damit können auch häufige Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Übergewicht bekämpft werden. Dabei sind den sportlichen Möglichkeiten fast keine Grenzen gesetzt. In Rücksprache mit dem behandelnden Arzt kann fast jede Sportart ausgeübt werden. Nur Patienten mit Psoriasis-Arthritis sollten auf gelenkschonende Sportarten ausweichen.

Die „Nationalen Empfehlungen für Bewegung und Bewegungsförderung“ empfehlen allen erwachsenen Personen eine regelmäßige sportliche Aktivität. Dazu sollten mindestens 150 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in moderater Intensität verbracht werden. Alternativ können auch 75 Minuten pro Woche mit Ausdauersport in höherer Intensität durchgeführt werden. Zusätzlich zu dem Ausdauertraining sollte mindestens 2-mal pro Woche Krafttraining stattfinden. In den nationalen Empfehlungen wird weiterhin darauf aufmerksam gemacht, dass lange, ununterbrochene Sitzphasen zu vermeiden sind und Zeiten, in denen man viel sitzt, regelmäßig durch körperliche Aktivität unterbrochen werden sollten.

Während dem Training ist jedoch die Hautpflege zu berücksichtigen. Die Sportkleidung sollte hautfreundlich sein und Reibung möglichst vermieden werden. Auch auf eine ausreichende Versorgung mit Feuchtigkeit sollte geachtet werden. Dies gilt vor allem nach dem Schwimmen im Schwimmbad, der Chlorgehalt des Wassers kann die Haut zusätzlich reizen. Bei Sportarten an der frischen Luft sollte auf einen ausreichenden Sonnenschutz geachtet werden, da ein Sonnenbrand die Haut zusätzlich reizt. Auch einige Medikamente können die Haut empfindlicher für einen Sonnenbrand machen.

Bei der Psoriasis-Arthritis sind neben der Haut auch die Gelenke betroffen. Hier ist Bewegung wichtig um die Funktion der Gelenke zu stärken. Bei der Bewegung der Gelenke wird die Gelenkflüssigkeit, die den Knorpel der Gelenke ernährt, verteilt und kann den Knorpel bestmöglich mit Nährstoffen versorgen sowie Abfallprodukte ausschwämmen. Auch die Bandscheiben des Rückens sind aus Knorpel und profitieren daher von Bewegung. Schmerzen an den Gelenken können den Körper außerdem in eine Schonhaltung zwingen, die wiederum zu Schmerzen und Verspannungen führt. Hier kann ein Physiotherapeut geeignete Übungen nennen, um gezielt Muskeln aufzubauen und Fehlhaltungen zu vermeiden. Zum Training sind vor allem gelenkschonende Kraft- und Ausdauersportarten empfehlenswert. Schwimmen oder Wassergymnastik gelten als äußerst gelenkschonend. Radfahren oder Nordic Walking sind Joggen oder Ballsportarten vorzuziehen und besonders gut, um die Ausdauer zu trainieren – und sich an der frischen Luft zu bewegen. Tai Chi, Yoga, Pilates oder Qigong sind nicht nur gut für die Beweglichkeit, sondern auch zur Entspannung. Auch Kräftigung und Dehnung der Finger und Hände ist wichtig, um die Beweglichkeit und Funktion zu erhalten. Auch hier gibt es Handtrainer, Therapieknete oder mit Sand gefüllte Säckchen, mit denen sich die Muskeln trainieren lassen und die die Durchblutung fördern.